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Fakes oder warum fälschen

Zusammengestellt von Thomas

Viele Menschen die nicht das Glück haben Ihre Träume, Fantasien auch leben zu können suchen im Internet nach Möglichkeiten ein ganz klein wenig davon umzusetzen.
Nach langer Zeit im Internet bin ich zu der Erkenntnis gekommen daß viele, die sich in Chats und Foren aufhalten, gar nicht mehr wollen als über ihre Fantasien, Wünsche zu reden um sich dadurch (auch) zu erregen.
Hier liegen dann die Ursachen für die abenteuerlichsten Verhaltensweisen, man gibt, benimmt sich so wie man es für nötig hält um dieses Ziel zu erreichen.

Als Fakes bezeichne ich Personen, die sich im Netz völlig anders geben als sie wirklich sind, Personen die Dinge entweder bewußt oder unbewußt so verdrehen, daß es zu ihrem Vorteil ist.
Dazu gehört, sich als Frau auszugeben obwohl Mann, Interessen zu bekunden die man nicht hat, Beschreibungen abzuliefern die mit der Realität nichts zu tun haben usw.
Dabei unterscheide ich nicht zwischen Mann, Frau oder auch Paar.
Zwischen meinen Anfangszeiten 1985 und Heute in Foren und Chats habe ich vieles erlebt. Ein "dom" oder "devot" im Nickname stimmt oftmals nicht mit der Realität zusammen. Im Fall devot wird hier eher signalisiert, mach mal, ich möchte mich unterhalten lassen.
Daß bei Nicknamen die weiblich klingen auch wirklich eine Frau an der Tastatur sitzt darf man stark bezeifeln. (Ausnahmen sicherlich möglich)
Nicknamen die Eigenschaften des Chatters beschreiben sollen, "ExtremDom", "SirRobin", "Master_X", haben meist sehr wenig mit der Person zu tun die dahintersteht. Ich persönlich habe noch sehr, sehr selten Chatter kennengelernt welche diesen Eigenschaften dann wirklich entsprachen. Meist stellt sich sehr schnell heraus, daß hier Wünsche, Fantasien vorhanden sind, denen die reale Erfahrung nicht gleichwertig gegenübersteht.
Höflichkeit, gutes Benehmen ist mit Sir, Lord usw. auch nicht garantiert.

Kennzeichen von Fakes

Der Großteil der Fakes schwenkt eine riesige Fahne, sogar mit Aufschrift, um es auch anzuzeigen, sind daher sehr leicht zu erkennen.

Chatter und Paranoia, oder das Schattenfake

Kaum fällt etwas Licht (Information) auf diese Art Fake verschwindet es, wie ein Schatten.
Der Typ Chatter, meist männlich, verheiratet. Er möchte ja gerne ein Abenteuer erleben, seine Fantasie malt alles in den schönsten Farben.
Das Problem, das geht nicht vom Sessel aus, es geht auch nicht ohne zumindest ein wenig von sich preiszugeben, Alter, woher denn, was denn gesucht.
Die Lösung, diese Art Chatter sammeln Informationen, stellen Fragen, immer wieder, in der Hoffnung, ihren Fantasien möglichst nahe zu kommen. Das oftmals mit unterschiedlichsten Nicknamen, um auch zu prüfen, ob die Auskünfte gleich sind, oder aber um mehr zu erfahren.
Selbstverständlich gibt er von sich nur das nötigste preis. Ein Telefonat, um die Echtheit von Gegenüber zu beweisen, muß natürlich sein. Dazu aber bitte die Tel. Nummer der Frau, die eigene kann man unmöglich ....
Warum nun diese Art Chatter als Fake bezeichnen? Letztlich spielen sie etwas vor. Interessiert, aber nicht wirklich entschlossen, übervorsichtig und immer in Sorge man würde ihnen etwas böses wollen, teilweise hinter Allem und Jedem böse Absicht vermutend.
Auch wenn diese Art Chatter auf genau das treffen würden, was sie suchen, irgendwie gäbe es einen Grund die Scheinwelt nicht zu verlassen.

"Bin-jetzt-geil-Fake oder ich machs mir gerade"

Es nennt sich z.B. "Sylvia25bi_rasiert", der weibliche Vorname wirkt verlockend, das Alter signalisiert gutes Aussehen und bi läßt offen mit wem man denn chatten möchte. Interessant in dem Zusammenhang, oftmals sind all diese bi Frauen just an dem Tag ausschließlich an Frau interessiert.
Erwin nennt sich im Chat "geile_w20", und mit diesem Nick ist er dann genau so wie er denn Frau gern hätte, sich das in seiner Fantasie ausmalt.
Für Beide gilt, tabulos und wirklich versaut im Wort. Zumindest im Gedankengut, nähere Nachfragen bringen oftmals zu Tage, daß allein Oralverkehr schon als versaut betitelt wird.
Chat und Männer. Der "Master_18" dürfte auch ein Mann sein,, der Master entspring aber wohl mehr seinem Wunsch als der Realität. Ein *Erfahrener_22* klingt wohl auch wenig überzeugend, sicher dann nicht, wenn es um Beziehungserfahrung geht.
*HartER* hat sich überlegt, daß die neue Welle den dominanten Kerl verlangt. So richtig *rannehmen* sind seine Ideen, genauere Nachfragen, was er damit meint, bringen ihn in erhebliche Schwierigkeiten.
Das Bin jetzt Geil-Fake mag *heissen Cybersex*, eventuell mit Bildertausch und verschwindet meist urplötzlich. So ein *bin jetzt geil* Zustand dauert ja schließlich nicht ewig. Die Bilder stammen aus dem Internet, oder aber, von anderen Chattern. So kann es passieren, daß jemand die Bilder irgendwann erhält die er selber versendet hat.

"Ich-geh-mich-aufgeilen-Fake"

Die etwas schlauere Variante: Der Nickname ist gemäßigt, fällt nicht sofort auf. Auffällig an dieser Art Fake ist die perfekte (mit angedeuteten Fehlern, wie ärgerlich..) Figur, gepaart mit gutem Aussehen und anfänglicher Zurückhaltung. Cybersex mag "Sie_29" nicht besonders, sie wehrt sich, um sich dann nach längerem Kampf dem Gegenüber unterzuordnen. Das macht Spaß und der Gegenüber wird umso eifriger sein, seinen Erfolg auszuleben. Als Mailadresse verwendet dieses Fake eine passende sie_29@wegwerfaddy.com das schafft Vertrauen. Dieses Fake verschickt sogar Bilder von sich, die abgegebene Beschreibung wurde sorgfältig auf das vorhandene Bildmaterial abgestimmt. Überwiegend ist dieser Typus Fake natürlich bi veranlagt und mag als Gegenleistung rein private Bilder von Mann, Frau und gern auch von Paaren.
Auch hier gilt: Fakes dieser Klasse sind oftmals tabulos, bis auf Eines. Ein Telefonat ist absolut ausgeschlossen ;-)
Männliches Fake dieser Kategorie verhalten sich ähnlich. Seriös, verwenden fachliche Begriffe, hoffen damit Eindruck zu machen, nachfragen darf man hier allerdings nicht, sonst werden wilde Spekulationen daraus.
Lustig wird es beim Thema Sexualpraktiken. Innerhalb kürzester Zeit erkennt man hier die wahren Gegebenheiten. Eine Frau, die mit dem Typ Chatter ein wenig spielt, wird bald eine gewisse Unruhe beim Gegenüber bemerken.
Meist sind es normale Männer, die auf den Zug BDSM aufgesprungen sind, devote Frau ist ja praktisch und einfach, meinen sie.
Bei realen Treffen liegt hier eine große Gefahr, der Schaden den sie anrichten können ist erheblich, dabei denke ich noch nicht mal an körperliche Schäden.

"Traum-Fake, die Königsklasse"

Dieses Fake ist irgendwie genial, durch eine lange Schule gegangen und kaum zu enttarnen. *Margarete* will nur chatten, etwas anderes kommt nicht in Frage, bastelt auch lange an einer guten Identität, chattet fleissig und ist schließlich integriert. Zu einem eventuellem Mailkonktakt kann man sie nur nach tagelangem Chatten überreden.
"SuperDom" ist verh. hat Familie die über alles geht und will im Chat oder per Mail seine Neigungen leben. Mit seiner Frau hat er schon viel gesprochen aber sie mag das alles einfach nicht, ganz allgemein hat sie kein Verständnis für seine Neigungen.
Die Wünsche, Neigungen dieses Typs Fake sind oftmals gar nicht extrem, hier steht meist die Bindung zu einem Chatpartner im Vordergrund.
Hinweis:
Sicher gibt es diese Fälle, Leute, die den Reiz in der Fantasie sehen und wirklich nicht mehr suchen. Das wird sich aber langfristig zeigen, für diesen Typ Mensch kann Chat und Mail durchaus reizvoll sein.

Was hat diese Art Fake davon?

Das World Wide Net ermöglicht es, dem Alltag zu entfliehen. Das Problem daran ist eine Art virtuelles *Besitzen*, Eifersucht auf andere Chatter. Ganz nach dem realen Muster, warum spricht er/sie nicht mit mir, wer ist der/die Andere, warum dauert das so lange. Wenn man genauer hinsieht erkennt man eine gewisse Paralellwelt, man verlagert reales Wollen in die virtuelle Welt des Chats. Das mag in einer Spielform durchaus Spaß machen, das Problem ist meist, daß die Trennung vielen nicht mehr gelingt,

Können Fakes gefährlich sein?

Mir persönlich ist es egal, Fakes, die sich im Hauptfenster (Main) zeigen, aktiv mitschreiben, sind eher eine Bereicherung, hin und wieder sehr amüsant.
Allerdings wird man das seltener erleben, die Zielsetzung ist eine Andere.
Wirklich gefährlich sind nur die Fakes, die sich als dominant oder devot ausgeben und sich auch real treffen. Das Wissen stammt aus Heften, Filmen und Angelesenem. Ich schreibe hier bewußt von dominant und devot, beide sind in ihrer Unwissenheit gefährlich.
Hier wird jedes Treffen zu einem Sicherheitsrisiko.
Motto: *Denn sie wissen nicht was sie tun*.
Das schlimmste daran, dieser Typ gibt es nicht zu, bzw. noch schlimmer, er weiß es nicht mal.


23.05.2008