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DS - Dominanz & Submissionvon ClaudiaWas bedeutet Dominanz im alltäglichen Leben?Dominanz ist eine Eigenschaft, die fast jeder Mensch in sich trägt, sofern er gesund an Geist und Seele ist. Nur gibt es eben Unterschiede, wie weit das Bedürfnis nach Dominaz vorhanden ist.Es gibt den lauten Typ, der meint, mit viel Wortgewalt, lauter Stimme sich profilieren zu müssen. Ob er wirklich echte Dominanz in sich trägt?... fraglich. Oft begegnet uns ein Typ Mensch, eher ruhig, gelassen, souverän. Er wird zuhören, andere Meinungen gelten lassen, erkennen und annehmen, wenn andere "über" ihm stehen. Jedoch wird er, wenn nötig, seine Meinung kundtun und die Bereitschaft zeigen, Verantwortung zu übernehmen. Genau hier zeigt sich dann seine Dominanz, ein klares "JA" zum Handeln und das Wissen, was zu tun ist. Was bedeutet Submission im alltäglichen Leben?Betrachtet man die Definition laut "Duden", so mögen wir zuerst mit Ablehnung reagieren. Und doch haben wir fast alle schon Situationen erlebt, in denen wir uns einer Meinung "unterwarfen", einfach, weil wir sie als gültig akzepieren konnten. Ehrerbietung, dies sollte für alle Menschen kein Fremdwort sein. Respekt und Toleranz gegenüber einem anderen Menschen, Tieren, der Umwelt, wie schön, wenn es jeder zeigen würde.Dominanz in der SexualitätSexualität an sich ist ein Akt, der eine gewisse Aggresivität in sich trägt, egal wie sanft und zärtlich das Vorspiel sein mag. Wer genau nachdenkt, wird erkennen, daß einer von beiden eine gewisse Art der Dominanz übernimmt, sei es, dass der Mann in der berühmten Missionarsstellung ist, der Frau evtl. die Hände festhält und sie nimmt, sei es, daß Frau obenauf "reitet", das Tempo, die Tiefe mehr oder weniger bestimmt *zwinker*, und noch viele andere Möglichkeiten. Also bereits beim Vanilla-Fan zeigt sich, wenn auch für viele unbewußt, das Spiel der Dominanz.Nun gibt es aber auch Menschen, die dieses Spiel ganz bewußt so wollen. Die ihre große Freude und Lust daraus beziehen, dass sie mit dem/der geeignetetn Partner/In sozusagen die Regie des Spiels übernehmen. Wer wirklich in dieser Welt zuhause ist, wird wissen, dass dies nichts mit sinnlosen Befehlen und Kommandos zu tun hat. Ihm/Ihr ist klar, dass es ein "hartes", wenn auch sehr befriedigendes Stück Arbeit ist, sich erstmal das Vertrauen des/der Partners/In zu erarbeiten. Es gehören sehr viel Geduld und Einführlungsvermögen, und immerwiederkehrende Gespräche dazu. Niemals wird der dominante Part seinen Respekt dem anderen gegenüber verlieren, egal, wie "demütigend" das Spiel letztendlich sein wird. Der Top wird stets bemüht sein, seinem Bottom (der devote Mitspieler) nach dem Spiel aufzufangen, wenn nötig ihn zu trösten und vor allem mit ihm darüber zu reden. Sollte es anders sein, vergiß ihn einfach und jage ihn zum Teufel! Grenzen? Was ist damit gemeint?Ein guter Top erkennt die Grenzen und respektiert sie. Dass er versucht, diese hin und wieder zu verschieben, ein reizvolles Spiel. Niemals aber wird der Top dies einfach so tun, Gespräche, Bilder der Fantasie, genaues Beobachten der Reaktionen, sollten vorausgegangen sein, um dann, im Spiel selber ein wenig zu experimentieren.Das Safe-Wort allerdings, wird das Spiel sofort abbrechen, egal, ob vom Bottom oder auch vom Top ausgesprochen!! Und somit bin auch ich beim heißdiskutieren Safe-Wort angelangt. Nein, ich werde es nicht einfach übergehen, zu wichtig erscheint es mir. Ich selber benötigte es noch nie (meinem Top sei Dank *lächel*), aber es ist mir einfach ein Trost, zu wissen, es gibt da einen letzten Rettungsanker, der mich aus dem Spiel befreit. Weißt Du oder der Top, ob nicht doch im Spiel ein Punkt auftaucht, der Dich als Bottom so berührt, daß es einfach zu viel ist? Kann es nicht sein, daß dem Bottom oder dem Top im tatsächlichen Sinn die Luft ausgeht, der Kreislauf versagt? Was dann? Ein... *bitte hör auf, nicht mehr*... es ist nicht klar genug, gehört oft zum Spiel. Bitte denkt einfach daran. Es gibt viele Möglichkeiten des Safe-Wortes. Ich selber sage im Notfall meinen realen Namen, den vergißt Mann/Frau auch nicht in höchster Not *smile*. Oft üblich, oder in Sessions, wenn Fremde mit im Spiel sind, wird das Wort "Mayday" genannt, es ist allgemein bekannt und zeigt sofort die Situation an. Auch ich schließe mich der Meinung an, wie auf den Seiten von "Helene" u.a. zu lesen, wenn Dir ein Top einzureden versucht, bei ihm sei ein Safe-Wort nicht nötig, er weiß schon, was er tut, schick ihn in die Wüste, oute ihn, solltest Du in einem geschlossenen Kreis verkehren. Submission in der SexualitätNun, der Erschaffung sei Dank, es gibt nicht nur dominante Menschen :-). Ich selbst sage ja immer "es ist sooo bequem, devot zu sein" *schmunzel*. Hm, ganz so einfach ist es aber nicht. Auch der Bottom hat Verantwortung vor, im und nach dem Spiel zu zeigen.Manchmal fällt zu leicht der Satz ... "mach mit mir was du willst". Sicher ein wunderbarer Satz, wenn er mit vollem Bewußtsein ausgesprochen werden kann, nicht nur in der Geilheit. Jeder Mensch hat seine absolute Grenze und die gilt es, sicher und genau definieren zu können. Nur, und wirklich nur, der Bottom weiß sie letztendlich. Laßt Euch nicht auf Spielchen ein, zu denen ihr überredet werdet, so nach dem Motto .... "jetzt stell dich nicht so an, ich allein weiß, was gut für dich ist". Selbstverantwortung von BottomEin Bottom hat die Pflicht und die Aufgabe, seinem Top klar zu machen, bis hierher und nicht weiter. Dass sich Grenzen im Laufe der "Entwicklung" verschieben können, ist ein anderes Thema. Doch zum momentanen Entwicklungsstandpunkt sollten diese Grenzen zumindest ausgesprochen und anerkannt werden. Und nocheinmal, ein Tabu ist ein Tabu.Ich selbst habe mittlerweilen alle meine Tabus in die Hände meines Top's gelegt. Jedoch nur, weil wir Gespräche über Gespräche führten, ich darauf vertrauen kann, dass er mir nie Schaden an Gesundheit, Psyche und Sozialem zufügen wird. Und was Tabus anbelangt, darin stimmen wir beide überein *lächel*. Im Spiel selbst, zeige als Bottom keine Scheu, dein Safe-Wort auszusprechen, wenn es dir wirklich zu viel wird. Es geht nicht darum, dass der Top sein Gesicht verlieren könnte, es geht alleine um Dich und Dein Wohlbefinden, sei es körperlich oder seelisch. Jeder vernünftige Top wird das seinem Bottom klar machen und ihn darauf hinweisen. Reden miteinander, oberstes GebotDu kommst von Wolke 7 wieder runter auf den Boden der Realität, siehst wieder klar und deutlich und beginnst dich, aus welchen Gründen auch immer, schlecht zu fühlen. Rede mit deinem Top!! Wenn du nicht gleich kannst, weil du selber erst noch deine Gedanken ordnen mußt, sag es ihm, aber rede spätestens am nächsten Tag mit deinem Top. Wie soll er sonst Vertrauen zu dir aufbauen, wenn er nicht weiß, was los war? Möchtest du, daß dein Top immer heimlich in Sorge sein muß, es könnte etwas schief laufen? Es würde Euer Spiel auf Dauer nur kaputt machen, schade darum.Gehören DS und BD oder SM immer zusammen?Ich sage NEIN.Wie bereits öfters erwähnt, ich selbst kann mit dem klassischen BD nichts anfangen, eigne mich einfach nicht dafür. Alles, was mich in einen körperlich sehr engen, unbeweglichen Zustand, noch dazu auf längere Zeit, bringt, verbinde ich mit Atemnot und reagiere letztendlich auch so. Fragt mich keiner warum, es ist einfach so. Wir haben es bei einem wirklich sehr leichten Fesselspiel, liegend, leider erleben müssen... es war Panik angesagt. Mein Glück nur, daß mein Top sehr gut mit Knoten Bescheid weiß *smile*. Muß ich das haben?... eindeutig NEIN. Ich bin mir sicher, nicht alleine damit zu sein. Wenn ich hier in diesem Zusammenhang von SM schreibe, meine ich die Lust am Schmerz, daß SM schon viel früher beginnt, ist mir durchaus klar, aber dazu werde ich im Extra-Punkt SM eingehen. Was also geschieht, wenn ein Bottom absolut keine Lust am Schmerz empfindet, sei es, daß er einfach zu schmerzempfindlich ist, oder negative Erinnerungen vorhanden sind? Wirst du als Top einfach hergehen, deinen Bottom dazu überreden, Klammern, Gewichte anzulegen, oder ihm die Gerte etc. spüren lasssen, nur weil es DIR Spaß macht? Wenn dem so ist, dann lass dich einäschern, du bist einfach ein schlechter, verantwortungsloser Top, nicht wert, daß mit dir gespielt wird. Tja... und somit "reduziert" sich in diesem Falledie Thematik BDSM auf DS. Ob es allerdings ein Reduzieren ist, oder nicht doch ein herrliches, sehr subtiles Spiel, das sei dahingestellt. Mehr dazu im übernächsten Punkt. Was ist mit Fetisch und DS?Meiner Meinung nach, hat Fetisch mit DS nichts zu tun.Es spielt keine Rolle, ob Top in schwarzem Lederoutfit erscheint, oder Bottom in Lack, Leder, Latex oder Gummi gehüllt ist. Diese Äußerlichkeiten werden Euch bestimmt nicht zu einem guten Top oder Bottom machen *smile*. Ich selbst würde einfach Reißaus nehmen vor Latex und Gummi :-), was nicht heißt für mich... jeder so, wie's ihm gefällt. Daß diese Dinge gerne benutzt werden bei öffentlichen Auftritten, sicher, warum nicht, aber notwendig sind sie bestimmt nicht. Jetzt frage ich mich doch allen Ernstes, ist mein Halsband, das ich zuhause stets trage (sicher habe ich auch eine "gesellschaftsfähige" Variante *g*), nun ein Fetisch oder doch ein Erkennungsmerkmal für den, der versteht *malganzfeinlächel*. Fazit: DS - ein sehr subtiles und herrliches SpielUnd hier komme ich nun endlich zum Kernpunkt meiner Aussage .... DS, ein Spiel auf der geistigen, psychologischen Ebene.Es bedarf hier keinerlei "schlagenenden" Spielzeuge. Sicher, die Gerte z.B. kann der Top mit einbeziehen. Aber in dem Fall würde sie dazu dienen, zum einen, eine Distanz zwischen Top und Bottom herzustelle, zum anderen, den Bottom nonverbal zu dirigieren, welche Stellung er z.b. einzunehmen hat. Aus der Vielfalt der Spielvarianten in diesem Bereich ist die unsere das Spiel der Sklavin mit Stolz. (Sklave/IN und Stolz, ein Widerspruch? Dazu mehr im nächsten Punkt). Subtil, was ist darunter zu verstehen?Ein guter Top wird seinem Bottom Regeln des Verhaltens in der Öffentlichkeit geben. Ich z.B. habe die Anweisung, mich in Gesellschaften, in denen Männer anwesend, so zu geben, daß sie durch mein Verhalten nicht in Verwirrnis gebracht werden. Das heißt nun nicht, dass ich stumm am Tisch sitzen muß, ganz im Gegenteil *schmunzel*. Sind jedoch nur Frauen anwesend, habe ich mich so zu verhalten, dass sie neugierig werden, ich eventuell Bi-Neigunngen in ihnen erwecken soll. Tja, ich weiß schon, das mögen viele, fast Standardverhalten aus dem *Lehrbuch*. Das interessante daran, ich bin nicht bi, trotzdem verhalte ich mich wie gefordert. Das heißt aber jetzt nicht daß ich keine Erfahrung mit Frau habe.Nur auf Anweisung meines Tops, werde ich Mann gegenüber mein Verhalten in ein frivoles oder ähnliches ändern. Dies kann auf Handzeichen oder per Wort geschehen. Ich persönlich liebe es, auf Handzeichen zu reagieren, wissend, dass nur der versteht, dem das Spiel vertraut ist. Wir haben einige Handzeichen zur Verfügung, die mir sagen, was zu tun ist. Auch ich selbst kann mich mit diesen meinem Top verständlich machen, ihm Wünsche nonverbal äußern, ob sie mir gewährt werden?... ein subtiles Spiel *smile*. Die psychologische Ebene - nicht ganz einfachHier zeigen sich Einfühlungsvermögen des Tops, die Vertrautheit der Partner, der Mut des Bottoms und auch eine gewissse "Rücksichtslosigkeit" des Tops sehr deutlich.Rücksichtslosigkeit? Keine Panik.... es ist ein Spiel. Man stelle sich die Situation vor, Top verlangt von Bottom irgendetwas zu tun, oder zu sagen. Bottom reagiert mit Abwehr, u.U. sogar mit Tränen. Wo aufhören, wo weitermachen? Top respektiert ja seinen Bottom, liebt ihn sogar. Er weiß ganz genau, was ihn ihm gerade vor sich geht. Und doch... hin und wieder ist es für den Top und den Bottom wichtig, dass eine gewisse "Rücksichtslosigkeit" von seiten des Tops gezeigt und gefordert wird, das Spiel weiterzutreiben, nicht zu beenden. Es wäre für den Bottom letztendlich unbefriedigend, nicht ganz an seine Grenzen geführt zu werden oder sogar ein kleines Stückchen darüber hinaus. Fazit wäre... beim nächsten Spiel wird er versucht sein, keine Abwehr mehr zu zeigen und u.U. somit tatsächlich seine Grenzen weit überschreiten, was dann zum totalen Zusammenbruch führen könnte. Ende vom Lied .... Der Top ist die arme Sau *gg*. ["Ach, wie schön ist es, devot zu sein" *malleiseflüster* :-)] Da im Bereich von DS sehr oft Demütigung, Erniedrigung per Wort, Handeln oder nicht Handeln eine große Rolle spielen, sind Gespräche vor und nach der Session unbedingt notwendig. Das Vertrauen auf beiden Seiten ist ein unabdingbares Muß. Wie sollte sonst der Bottom seinen Mut aufbringen, sich dem auszusetzen, der Top sich sicher sein können, seinen Bottom nicht zu überfordern? Kein einfaches, aber ein herrliches Spiel :-) Sklave/IN und Stolz - ein Widerspruch?Immer wieder bekomme ich im Chat zu lesen ... "ich breche dir schon deinen Stolz", oder .... "Sklavin und Stolz? wie soll das wohl zusammenpassen?"*grins* normalerweise erheitert und amüsiert mich sowas ja, aber hin und wieder bin ich einfach traurig über soviel Unkenntnis, um nicht zu sagen Dummheit :-(. Woher kommt diese Unwissenheit? Leider ist es heute so etwas wie eine Modeerscheinung geworden, Top oder Bottom sein zu wollen, ohne sich jemals Gedanken über Hintergründe oder Neigungen gemacht zu haben. Man findet es einfach chick, wirft sich in ein cooles Lederoutfit oder ähnlichem und schon ist die Welt in Ordnung. Arme Welt, kann ich da nur sagen Warum also Stolz und Sklavin?Ganz einfach ... es gehört Mut dazu, sich einzugestehn, dass man einen devoten Part in sich trägt, sei es auch "nur" im sexuellen Bereich. Je mehr man im sonstigen Leben mit beiden Beinen auf der Erde steht, aktiv ist, auch eine gewisse Dominanz zeigt, umso schwieriger ist es, anfangs sich mit dieser devoten Seite anzufreunden. Hat man es geschafft, dies zu akzeptieren, darf man einfach stolz darauf sein.Sich dem Partner voll und ganz zu öffnen, ihm die geheimsten Wünsche und Fantasien anzuvertrauen, wahrlich kein leichtes Unterfangen. Hast du es geschafft, sei einfach stolz auf dich. Im Spiel seinen Körper und Geist dem Partner anzuvertrauen, sich völlig aufzugeben, nichts mehr zu denken, nur noch zu tun ... es erfordert den größten Mut von dir. Du schaffst das? Dann tue es mit Stolz. Grenzen, die man in sich trägt, experimentierfreudig auf sie zugehen, versuchen, sie zu erreichen, hin und wieder sie zu erweitern. Es erfordert einen Partner, der dir dies geben kann. Du hast einen solchen, dann sei stolz auf ihn. Und vergiss nicht, du bist und bleibst ein ganz normaler Mensch. Nur trägst du zwei Seiten in dir. Zeige sie zum rechten Zeitpunkt und bewahre dir deinen Stolz ... und du wirst nie eine seelenlose Hülle werden. |
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23.05.2008 |