Sklavin-Menue

Die Stolze lebt wieder

Wankelmut oder doch gute Gründe dafür?

Wie Thomas schon schrieb, zog das Unwetter vorüber. Gespräche folgten, Ambivalenzen waren vorhanden, Sexualität zog wieder ein, jedoch ohne dom-dev Aspekte.
Ich freute mich, klar, fand es vorerst auch ganz ok, nur - irgendwann merkte ich eben, ist ja ganz nett, aber ich war mir auch sicher, es wird mich bald langweilen. Wieder war ich im Dilemma, denn zum ersten Zeitpunkt unseres Neubeginns wollte ich von Sklavin und Herr nichts wissen, mich nicht mehr auf dieses Thema einlassen.
Mit Thomas sprach ich darüber, im Oktober-Urlaub unbedingt entweder nach Hamburg oder Wien fahren zu wollen, ein wenig die "Szene" begutachten, jedoch eher auf neutraler Basis, denn aktiv. Bei Google begann meine Suche zu Wien und der BDSM-Szene. Eine alt-bekannte HP tauchte wieder auf. Eine Frau beschreibt dort ihr Auf und Nieder ihrer BDSM-Beziehung mit ihrem Partner. Ich begann mich festzulesen, spürte mit einem Mal, dass eine gewisse Sehnsucht in mir danach auftauchte, es wieder leben zu wollen. Auch wurde mir schlagartig klar, dass Thomas und ich nur dann eine wirkliche Chance haben werden, zusammen zu bleiben, wenn auch dieser Teil wieder gelebt werden kann.

Abhängig von meiner Devotion?

Ein klares Nein. In der Zeit unserer Krise wurde mir sehr schnell klar, dass ich ohne meine Devotion sehr gut leben kann. Ich wußte, wenn wieder ein neuer Partner, dann nur noch ein devot veranlagter Mann, es wird keinen anderen Dom mehr für mich geben. Nicht, weil ich etwa enttäuscht von Thomas war. Das wußte ich bereits, als ich mit Thomas noch nicht mal ein Jahr zusammen war. Nur war damals in meinem Denken ein kleiner Unterschied.
Ich hätte es damals sicher irgendwie vermißt, auch auf eine gewisse Art und Weise darunter gelitten und trotzdem hätte ich mich auf einen Neuen nicht eingelassen, denn das wirkliche "Spiel" von DS können die wenigsten, zumindest, so wie ich es mag! Und erst zig-tausende Frösche zu küssen, um dan vielleicht mal den Prinzen zu finden, nö danke, dazu wäre ich nicht gewillt gewesen.
Dieses klare Nein von Heute begründet sich auch mit darauf, dass ich mittlerweilen meine Dominanz auslebe, Erfahrungen darin sammle, sie einen wichtigen Ausgleich zu meiner Devotion darstellt und ich einfach sehr große Freude und Befriedigung darin erlebe.
Für mich ist klar, dass ich über meine Dominanz mit einem devoten Partner, also Lebenspartner ist hier nun gemeint, all das haben kann, was ich will und brauche.

Also doch Wankelmut?

Das fragte ich mich auch, war selbst ein wenig verwirrt, über diese auftauchende Sehnsucht. Teufel, nun galt es mal wieder, tiefsinnig nachzudenken, zu forschen, warum weshalb. (BDSM - eine Form von Bewußtseinserweiterung *smile*). Endlich löste sich der Knoten, wurde mir klar, dass es nicht machbar ist, mit dem gleichen Partner plötzlich komplett auf BDSM zu verzichten, es wäre der völlige Rückschritt. Dass es immer wieder Auszeiten gibt, dass wissen all diejenigen, die es im alltäglichen Leben leben, auch wenn die wenigsten es öffentlich zugeben.

Warum ein Rückschritt?

Mit einem Partner gemeinsam BDSM zu leben heißt, sich öffnen und zwar ganz. Halbheiten sind da nicht angebracht. Sich öffnen können hat mit Vertrauen, Nähe, Hingabe und Interesse am Gegenüber zu tun. Ohne diese elementaren Eigenschaften wird es nicht funktionieren. Dieser innige, vertraute Umgang bleibt aber nicht in der Sexualität hängen, er breitet sich auch auf das alltägliche Leben aus, schafft auch da eine besondere Verbindung.
So, nun entziehe man einer BDSM gelebten Partnerschaft diesen Part..... was bleibt? Distanz wird sich einschleichen, die Notwendigkeit, über die Sexualität auf den anderen wirklich einzugehen fehlt, etwas, das sich in Frust äussern wird und der Teufelskreis kann geschlossen werden.

Abhängig von BDSM?

Irgendwie schon ;-). Sexualität ohne diese Aspekte möchte ich nicht mehr leben. Ganz klar kann ich zugeben, dass es mich auf Dauer langweilen würde. Nichts gegen die "Vanillas", sicher nicht, aber nicht mehr meine Welt.
Fazit: BDSM wird, in welcher Form auch immer, ein fester Bestandteil in meinen Leben bleiben.
Die Stolze lebt wieder, hat wieder Interesse an der Thematik, an ihrer eigenen Site und dankt allen hier an dieser Stelle, die mir liebe Mails oder im Feedback schrieben.
 
In diesem Sinne wünsche ich allen viel Freude beim Lesen neuer Artikel, die zum Teil schon in meinen Gedanken kreisen :-).
 
Claudia, eine StolzeSklavin